Ein umfangreiches Angebot an kulturellen Veranstaltungen gibt es auch in den ersten sechs Monaten des Jahres 2012. Das ist dem Kulturkalender (siehe oben) zu entnehmen, den der Kulturring dank der Mitgliedsbeiträge sowie der Unterstützung von Burg und Forum jetzt herausgegeben hat. Mit einem von Mario Müller (Forum) ansprechend erstellten Layout wurde ein übersichtlicher Flyer geschaffen, der die Veranstaltungen von Januar bis Juni 2012 in den verschiedenen kulturellen Bereichen auflistet: Theater und Kabarett, Ausstellungen, Konzerte, Führungen, Museen und „Sonstiges“.
Der farbige Flyer liegt in Banken, im Rathaus-Bürgerservice, in der Burg, im Naturparkzentrum Wildenrath, im Samocca-Infopunkt der Wegberger Mühle sowie in zahlreichen Geschäften in Wegberg aus. Der Kalender soll auch in Zukunft jeweils für ein Halbjahr erscheinen. Deshalb ist der Kulturring auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen. Informationen gibt es bei Ulrike Derichs im Rathaus, Telefon 02434/83512, e-mail: ulrike.derichs@stadt.wegberg.de
Der Kulturring bietet gemeinsam mit dem Historischen Verein eine weitere allgemeine Stadtführung an. Am Sonntag, 24. Juni, erwartet Karl Küppers um 14.30 Uhr Interessierte an der Wegberger Mühle, um ihnen die Innenstadt mit ihrer Geschichte näher zu bringen.
Anmeldung bis Donnerstag, 21. Juni, bei Ulrike Derichs im Rathaus, Telefon 02434/83512, e-mail: ulrike.derichs@stadt-wegberg.de.
Im vergangenen Jahr trat der Kulturring erstmals mit zwei Jazz-Konzerten in der Wegberger Mühle an die Öffentlichkeit. Sie waren ein großer Erfolg, der Mühlenraum war stets voll besetzt, und es herrschte eine tolle Stimmung. Das hat den Vorstand motiviert, sich mit einem weiteren Jazz-Konzert am "Wegberger Musikfrühling 2012" zu beteiligen:
Einen besonderen Jazz-Leckerbissen bot der Kulturring im „Wegberger Musikfrühling“. Zu Gast war am Freitag, 4. Mai, um 19 Uhr in der Wegberger Mühle die Jazz-Sängerin Sabine Kühlich mit dem Trio Indigo. Sabine Kühlich, Jahrgang 1973, ist Absolventin der Hochschule Maastricht und wurde von der Zeitschrift „Jazzpodium“ als „herausragende deutsche Jazzsängerin“ betitelt. 2008 gewann sie den ersten Preis beim „Jazzfestival Montreux“.
Die Fachwelt beschreibt die Jazz-Sängerin so: Ausstrahlung, eine tief-frequente sonore, bluesige Stimme, mitreißender Scatgesang und eine packende Aura; stilistisch bewegt sich das Repertoire von Sabine Kühlich zwischen klassischen Jazzstandards, Bossa Nova und französischen Chansons und enthält Klassiker wie „Macky Messer“. Gastspiele in vielen europäischen Ländern, in Brasilien und Südost-Asien sowie Konzerte in kleinen New Yorker Clubs gehören zu ihrer Biographie ebenso wie die Lehrtätigkeit am Conservatorium Maastricht. Sie spielt zudem Klavier, Saxophon und Klarinette.
Begleitet wurde Sabine Kühlich vom Trio Indigo: Pianist Martin Scholz, der mit verschiedenen Formationen zur festen deutschen Jazzszene zählt, Kontrabassist Michael Kehraus, der mit fast lyrischem und sehr melodischem Solospiel die Zuhörer begeistert, sowie Drummer André Spajic, der im vergangenen Jahr bei zwei Kulturring-Konzerten das Publikum mitriss. S. auch den Bericht in der Presseschau.
Auch die nun im dritten Jahr angebotene Krippenführung fand eine erfreuliche Resonanz: Jeweils etwa 25 Teilnehmer besuchten die Krippen in den Kirchen in Klinkum, Merbeck und Rickelrath. In Klinkum führte unser Vorstandsmitglied Herbert Meyer zunächst in die Geschichte der Krippen allgemein ein, bevor er auf die mit 46 Jahren noch recht junge Klinkumer Krippe einging, die vor drei Jahren ein neuen sehr schönen Stall bekommen hat. Die druchschnittlich ein Meter großen Figuren sind zum Teil beweglich, ihre Kostüme wurden von Willi Herzogenrath entworfen und von Lore Jansen genäht. Auffallend war, dass hier Ochs und Esel fehlten. Den Grund nannte Herbert Meyer: Der Förderverein hat im vergangenen Jahr die erforderlichen Mittel bereitgestellt, doch die beauftragte Künstlerin konnte die Figuren nicht schaffen, weil das Holz nicht geliefert wurde. Herbert Meyer: "Weihnachten 2012 wird die Krippe aber auch Ochs und Esel haben."
In Merbeck erläuterte Krippenbauer Josef Theißen mit großen Enthusiasmus die große Krippenanlage, deren rund 80 Zentimeter großen Figuren (die Drei Könige haben sogar einen mächtigen Elefanten mitgebracht) genau 100 Jahre alt sind, wie Recherchen vom Kirchenkenner Hans Joliet ergeben haben. Josef Theißen brachte den Besuchern auch die kleinsten Details näher - bis hin zum Moos und zu den Wurzeln, die er stets mit Erlaubnis im Wald sammelt. Ja, er wusste auch zu berichten, dass er den zerbrochenen Schwanz vom Esel repariert und für den Ochs ein neues Horn geschaffen hat. Die Zuhörer waren begeistert von den Schilderungen und freuten sich auch, dass Hans Joliet die Gelegenheit wahrnahm, ihnen noch einen Einblick in die vor einigen Jahren wunderschön restaurierte Kirche zu geben.
In Rickelrath sahen die Exkursions-Teilnehmer die im Vergleich zu Klinkum und Merbeck kleinste Krippe - eben passend zu dem Gotteshaus. Die relative kleinen und bunten Figuren auf der Moss-Landschaft sind aus Gips, wie Agnes Kluth erläuterte, und deshalb sehr empfindlich, wenn die Krippe aufgebaut wird. Erinnerung an die eigene Kindheit wurde bei den Teilnehmern wach, als sie in der Krippenlandschaft das "Nick-Männchen" entdeckten: Nach einer Spende für das Kinder-Missionswerk nickt das Männchen zum Dank mit dem Kopf.
Nachfolgend einige Fotos:
Blick in die Krippe in Klinkum . . .
. . . in Merbeck. . .
. . . und in Rickelrath. Fotos: Folkmar Pietsch
Nach dem erfolgreichen Jazzkonzert mit dem Tilo Bunnies Trio im April bot der Kulturring am 7. Oktober in der Wegberger Mühle einen besonderen Jazz-Leckerbissen. Zu Gast war das Joscho Stephan Trio (auf dem Foto beim Soundcheck).
Joscho Stephan, in Sachen Jazz längst Aushängeschild der Stadt Mönchengladbach, ist ein Vertreter des Gypsy Swing und lässt das Erbe des verstorbenen Django Reinhard und des „Hot Club de France“ wieder aufleben. Sein Spiel kann atemberaubend schnell, akrobatisch sein oder auch sehr gefühlvoll mit sehr viel Muße und versetzt das Publikum regelmäßig in Staunen. Die Fachpresse lobt den Gitarristen mehrfach in höchsten Tönen und bescheinigt ihm internationale Spitzenklasse. Mit nur 20 Jahren brachte J. Stephan schon seine erste CD Veröffentlichung hervor und gehört seit der letzten CD Produktion „Acoustic live“ zur internationalen Jazzszene. Weltweite Gastspiele und Tourneen in vielen Teilen Europas stehen auf seiner Vita. So gastierte er im weltbekannten Jazzclub „Birdland“ in New York, tourte mehrmals in Australien und in Europa war er schon in England, Polen, Slowenien, Sardinien etc. zu Gast. Im Inland gastierte er auf Festivals wie z.B. Burghausener Jazztage, Hildener Jazztage, Jazzfestival Dresden und in Kempten. Im vergangenen Jahr spielte er beim Guitar Meeting beim „Jazzfestival Leverkusen“ u.a. mit Größen wie Paco de Lucia und Al di Meola. Das Programm reicht von klassischen Gypsy Swing Klassikern im Stile von Django Reinhard bis hin zu Swing Evergreens wie z.B. „Sweet Georgia Brown“ oder „Honey Suckle Rose“.
Kontrabassist Max Schaaf erhielt schon seit seinem 6. Lebensjahr Musikunterricht. Nach seinem Kontrabass Studium in Freiburg zog er nach Köln, wo er in kürzester Zeit zu einem der gefragtesten Bassisten der Kölner Swing Szene wurde. 1996 lernte er Ausnahme Gitarrist Joscho Stephan kennen.
Das Schlagzeug bediente der Mönchengladbacher Swing-Drummer André Spajic. Er studierte im niederländischen Maastricht Jazzdrumming und gehört mit zahlreichen Formationen zur festen Szene in NRW. Er betreut im übrigen auch einige Jazzkonzertreihen in Mönchengladbach, im südpfälzischen Dierbach und auf der Burg Boetzelar am linken Niederrhein.
Die Wegberger Mühle war bis auf den letzten Platz besetzt, und die Besucher waren vollauf begeistert von den Jazz-Darbietungen. Die Begeisterung motivierte das Trio schließlich zu mehreren Zugaben, so dass auch der zweite Jazzabend des Kulturrings ein voller Erfolg war. André Spajic stellte dem Kulturring bereits ein weiteres Jazzkonzert im nächsten Frühjahr in Aussicht. S. auch "Presseschau".
Fotos: Folkmar Pietsch
Im Rahmen unserer Kirchenbesichtigungen boten wir diesmal eine Busfahrt in die niederländische Nachbarstadt Roermond an, wo wir unter sachkundiger Leitung von Hermann-Josef Volmer (früherer Konrektor der Erich Kästner Schule) die Kathedrale und Caroluskapelle besichtigten.
Hermann-Josef Volmer führte uns durch die Gotteshäuser - hier in der Caroluskapelle
Ein Gruppenbild in der Kapelle war natürlich Pflicht.
43 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten zwei eindrucksvolle Gotteshäuser. Überrascht waren wir vor allem von der Caroluskapelle, die mitten in der Stadt an der Swalmer Straße liegt. Man entdeckt sie erst, wenn man durch das grüne Tor eines nicht nach einem Sakralbau aussehenden großen Gebäudekomplexes tritt. Wie Hermann-Josef Volmer uns erläuterte, handelt es sich um eine Klosterkirche im Stil einer barocken Saalkirche mit angeschlossener Bruderkapelle, beide aus dem Jahr 1398 stammend als Stiftung des Ritters Werner von Swalmen an den Karthäuserorden. Das Gebäude mit seiner beeindruckenden Ausstattung ist ein sakrales Kleinod in Roermond. Laut Volmer lebten hier 300 Jahre lang Karthäuser, und von 1845 bis 1968 wurden in dieser Kapelle 2000 Priester geweiht.
Unweit der Kapelle steht am Roermonder Markt die imposante Kathedrale St. Christoffel, die uns von Hermann-Josef Volmer erläutert wurde. Er hat auch den deutschen Führer verfasst, der in der Kirche ausliegt und die wichtigsten Kunstwerke, Fenster und Einrichtungsgegenstände beschreibt. Volmer: "Die St. Christophorus-Kathedrale ist nicht nur ein historisch einzigartiges Bauwerk mit vielen wertvollen Kunstschätzen, sondern auch eine lebendige Stätte. Seit 1661 ist sie Bischofskirche des 1559 errichteten Bistums Roermond. Dadurch ist sie kirchlicher Mittelpunkt der Provinz Limburg. In dieser Kirche finden auch deshalb an Feiertagen Gottesdienste mit dem Bischof statt, Priester- und Diakonweihen und weitere verschiedene religiöse Feierlichkeiten. Auch ist die Kathedrale Mittelpunkt für Kirchenmusik in Limburg. Ihr blieben im Verlaufe der Jahrhunderte Verwüstungen nicht erspart: Bildersturm, mehrere Brände und Unwetter, Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und 1992 ein Erdbeben. Von 2005 bis 2007 hat eine bedeutsame Renovierung stattgefunden unter Leitung von Architekt Piet Mertens."
Übrigens: Das älteste und hervorragendste Kunstwerk in der Kirche hat eine enge Verbindung zu Wegberg - nämlich das Dalheimer Kreuz aus dem 14. Jahrhundert. Dabei handelt es sich um ein hölzernes wundertätiges Gabelkreuz als Leihgabe des im 19. Jahrhundert aufgelösten Klosters zu Dalheim als Dank für die Aufnahme der Schwestern in Roermond während der französischen Besetzung. Fotos: Folkmar Pietsch
Die fünfte Wegberger „Kunst-Offensive“ fand am Samstag, 27. August, von 14 Uhr (offizielle Eröffnung durch den Schirmherrn) bis 19 Uhr und am Sonntag, 28. August, von 11 bis 18 Uhr statt. Der Eintritt war wie immer frei. Da dies inzwischen die fünfte Ausstellung war, kann man mit Fug und Recht sagen: Die Veranstaltung hat sich etabliert und schließt eine Lücke im städtischen Kultur-Angebot.
Da die „Fünf“ auch für ein kleines Jubiläum steht, war die Ausstellung mit einem „Bonbon“ verbunden: Die Künstlerinnen und Künstler erhielten von der Projektgruppe Broschüren, die vom Grafik-Designer Franz Richter ansprechend gestaltet wurden und in denen die Kunstschaffenden sich und ihre Arbeiten vorstellten. Für Ausstellungs-Teilnehmer und Besucher war dies eine informative Vorstellung der Künstlerinnen und Künstler sowie ihres Wirkens. So erhielt diese 5. Wegberger Kunst-Offensive einen besonderen Stellenwert im diesjährigen Kulturprogramm der Stadt.
Seit Jahresbeginn bereiteten die Mitglieder der Projektgruppe dieses künstlerische Ereignis vor. Für die Mitglieder Johannes Donner, Irene Kamphausen, Torsten Kautz, Franz Richter, Manfred Vits und Folkmar Pietsch, Vorsitzender des Kulturrings, galt es, jede Menge zu organisieren: Künstlerinnen und Künstler wurden angeschrieben und deren Arbeiten gesichtet, ein musikalisches Rahmenprogramm wurde entwickelt, Plakate und Flyer mussten entworfen und Partner für die Verpflegung der zu erwartenden Besucher gefunden werden. Da dies alles ehrenamtlich bewerkstelligt wurde, so eine Veranstaltung jedoch auch finanzielle Mittel benötigt, fanden sich Sponsoren bereit, dieses Engagement zu unterstützen: das Kreiswasserwerk und die NEW-Energie West, die Kreissparkasse Heinsberg und die Volksbank Erkelenz sowie die Rheinische Post.
Somit wurde die fünfte Wegberger „Kunst-Offensive“ unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Reinhold Pillich ein voller Erfolg: 26 renommierte Künstlerinnen und Künstler aus den Kreisen Heinsberg und Viersen, aus Neuss, Köln, Großbritannien, dem niederländischen Melick und Nieuwstadt sowie von der Atelier-Etage des Klostergebäudes präsentierten ihre Werke aus Malerei, Druckgrafik, Bildhauerei, Fotografie und Animation. Die Namen sind dem unten stehenden Flyer zu entnehmen (einfach die PDF-Datei öffnen). Ausgestellt wurden die Werke in den Räumen sowie im idyllischen Garten des ehemaligen Klosters und von annähernd 3000 Besuchern begutachtet.
Dazu gab es ein musikalisches Unterhaltungsprogramm, gestaltet vom „boundless-dixieland-quartet“ unter Leitung von Günther Dülpers am Samstagnachmittag und zum Jazz-Frühshoppen am Sonntag im Klostergarten sowie von der Band „Romantic Tomcats“, die am Sonntagnachmittag auf Initiative von Peter Jansen vom Bistro Japis auf dem Rathausplatz auftrat. Natürlich macht Kunst auch hungrig und durstig – deshalb wurden die Besucher durch die Metzgerei Kohlen und das Bistro Japis mit Köstlichkeiten aus Küche und Keller sowie mit Kaffee und Kuchen verwöhnt.
Wir danken den Teilnehmern an der Kunst-Offensive und den Besuchern, die sich allesamt positiv zu diesem kulturellen Angebot in Wegberg äußerten.
Die Projektgruppe: Johannes Donner, Irene Kamphausen, Torsten Kautz, Folkmar Pietsch, Franz Richter, Manfred Vits.
An jedem 1. Sonntag im Monat für die Öffentlichkeit geöffnet.
Bei Kunst-Liebhabern ist es mittlerweile bekannt: Hinter den Mauern des ehemaligen Klosters am Rathausplatz herrscht emsiges künstlerisches Treiben. Hier hat die Musical- und Dance-School "Powerstage" ihr Domizil, und unter dem Klosterdach haben elf Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers eingerichtet. Neu ist, dass die Ateliers ab sofort an jedem 1. Sonntag im Monat fürs Publikum geöffnet sind. Ein Besuch lohnt sich - und dazu laden ein: